Mit der Veröffentlichung der Handlungsempfehlungen der Expertenkommission der Bundesregierung nimmt die Debatte um den Kinder- und Jugendschutz im digitalen Raum weiter Fahrt auf. Wir begrüßen, dass Plattformbetreiber stärker in die Verantwortung genommen und der Kinder- und Jugendschutz verbessert werden sollen. Ein pauschales Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren lehnen wir jedoch ab.
Aus unserer Sicht greift die Debatte an zwei entscheidenden Stellen zu kurz: Junge Menschen und ihre Interessenvertretungen wurden nicht ausreichend beteiligt. Gleichzeitig wird die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit als wichtiger Lernort für Medienkompetenz kaum berücksichtigt.
Gerade mit Beginn der Sommerferien wird deutlich, dass Medienbildung nicht nur in Schule und Elternhaus stattfindet. Auch in Ferienfreizeiten, Jugendverbänden und Jugendtreffs setzen sich junge Menschen mit digitalen Medien auseinander, reflektieren ihre Nutzung und entwickeln Medienkompetenz.
Wir sind überzeugt: Kinder und Jugendliche brauchen wirksamen Schutz im Netz. Dieser gelingt jedoch nicht durch pauschale Verbote, sondern durch altersgerechte Plattformen, den Ausbau von Medienkompetenz und die konsequente Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen, die ihre Lebenswelt betreffen. Gleichzeitig müssen außerschulische Bildungs- und Begegnungsorte gestärkt werden. Denn wer weniger digitale Räume fordert, muss analoge Räume ermöglichen.