Flexibles Jugendmanagement

Förderung jugendlicher Gesellungsformen in ländlichen Räumen

Im Auftrag des Landesjugendamtes setzen wir seit September 2021 im Rahmen des Projektes "Stärkung jugendlicher Gesellungsformen im Freistaat Sachsen | SjGF" u.a. den Projektzweig FLEX um. Ziel des FLEX-Projektes ist es, die soziale Gesellung junger Menschen im ländlichen Raum zu fördern und somit eins der Vorhaben der Staatsregierung aus dem "Pakt für die Jugend" unterstützen. Entsprechend dem Auftrag des Landesjugendamtes betreibt das Projekt die Sicherung, Stärkung und Weiterentwicklung des Flexiblen Jugendmanagements als etabliertes und wirksames Instrument zur Förderung jugendlicher Gesellung im ländlichen Raum.

 

Gesellung junger Menschen

Jugendliche Gesellung – oder einfacher ausgedrückt: die Gestaltung der Freizeit mit Gleichaltrigen, das Zusammensein ohne Erwachsene – hat einen großen Stellenwert in der Persönlichkeitsentwicklung eines Menschen. Die Peergroup befördert Verselbstständigung und Selbstpositionierung der Individuen und dient damit der Bewältigung von zwei der drei elementaren Entwicklungsaufgaben aller jungen Menschen (Qualifizierung, Verselbstständigung, Selbstpositionierung).

 

Stärkung des Flexiblen Jugendmanagements

Das Projekt stärkt die Gesellung junger Menschen vor allem durch die Unterstützung des Flexiblen Jugendmanagements. Es unterstützt die Flexiblen Jugendmanager*innen an den aktuell acht Standorten in Sachsen in ihrer Arbeit durch

  • Qualitätsentwicklung durch Beratung, (Prozess)Begleitung und Weiterbildung
  • Unterstützung der Arbeit der Standorte durch Bereitstellung eines Fonds zur Förderung jugendlicher Gesellungs-Vorhaben
  • Vernetzung der Standorte und Fachkräfte zum Fachaustausch und zur Koordinierung gemeinsamer Vorhaben
  • Unterstützung von bedarfsgerechtem Aufbau neuer Standorte


Zum Start des FLEX-Projektes – einen Überblick gewinnen

Das FLEX-Projekt startete mit mit einer umfassenden Bestandsaufnahme des seit 2009 im Freistaat existierenden Flexiblen Jugendmangements. Betrachtet wurden zunächst die vorhandenen Strukturen und Ressourcen sowie die thematisch-fachlichen Ausrichtungen der verschiedenen Standorte. Hierbei wurde ach überprüft, inwieweit die Standorte das ursprüngliche Rahmenkonzept des Flexiblen Jugendmangements aus dem Jahr 2009 noch umsetzen. Dabei zeigte sich:

  • Das Flexible Jugendmanagement hat sich in den umsetzenden Landkreisen in den vergangenen Jahren fest etabliert.
  • Die einzelnen Standorte haben sich mit ihren Angeboten vollständig und sinnvoll in die Angebotsstrukturen in ihrem Landkreis integriert.
  • Die einzelnen Standorte arbeiten wirkungsvoll und bedarfsgerecht.
  • Die Angebotspaletten der Standorte stellen sich daher sehr vielfältig dar. Überwiegend gleichen die Angebotspaletten einander, zum Teil unterscheiden sie sich (deutlich) voneinander.
  • Festzustellen ist jedoch, dass das Rahmenkonzept „Flexibles Jugendmanagement als Beitrag der Kinder- und Jugendhilfe zur Demokratiebildung und Demokratieerziehung“ aus dem Jahr 2009 an allen Standorten umgesetzt wird.
  • Die im Rahmenkonzept formulierten Grundsätze behalten ihre Gültigkeit. Die im Absatz „Ausgangslage“ geschilderten Herausforderungen (Stadt-Land-Gefälle, Griff demokratiefeindlicher Strömungen nach jungen Menschen) existieren in inhaltlich gewandelter Form nach wie vor. Der professionelle Umgang damit bleibt eine Daueraufgabe.

Im Anschluss wurde an allen Standorten eine Bedarfsanalyse durchgeführt, die die konkreten Entwicklungs- und Unterstützungswünsche durch das FLEX-Projekt aufzeigte. Sie bildet die inhaltliche Arbeotsgrundlage des Projektes für die folgenden Monate.

 

Das Flexible Jugendmanagement in Sachsen

Im Jahr 2009 startete das Flexible Jugendmanagement – eine deutschlandweit einzigartige Form der Jugendarbeit – in Sachsen. Es fördert jugendliche Gesellung, Demokratie-Bildung und Jugendbeteiligung im ländlichen Raum. Die Fachkräfte auf den bis zu drei geförderten Personalstellen je Landkreis haben den Auftrag, vor allem den struktur-ungebundenen (keine Mitgliedschaft im Jugendverband/Verein, kein Zugang zur OKJA, etc.) Kindern und Jugendlichen im Landkreis zuverlässige Ansprechpartner*innen zu sein, damit diese Unterstützung für ihre Gesellungs- und Beteiligungs-Vorhaben erhalten können. Dabei können die Flexiblen Jugendmanager*innen die jungen Menschen sowohl an vorhandene Strukturen und die dort arbeitenden Fachkräfte vermitteln als auch (mittelfristig) selbst die Rolle der Unterstützer*in für konkrete Vorhaben übernehmen. So sollen vor allem junge Menschen in den entstrukturierten Regionen Sachsens erreicht werden. Dies fördert die gesetzlich vorgeschriebene Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse.
Darüber hinaus sollen sie mit mittel- und langfristigen Konzepten die Demokratiebildung im Landkreis unterstützen und dafür vielfältige Lernorte eröffnen.
Das Flexible Jugendmanagement ist jeweils in Trägerschaft der Kreisjugendringe. So profitiert es vom Überblickswissen und den fachlichen und politischen Kontakten seines Jugendrings und kann seine Angebote passgenau und bedarfsgerecht entwickeln. Gleichzeitig profitieren die freien Träger der Jugendarbeit des Landkreises in vielfältiger Weise von der vernetzenden Wirkung der Flexiblen Jugendmanager*innen.

Nach einer zweijährigen Modell-Phase – mittlerweile gab es 5 Projektstandorte – wurde das Flexible Jugendmanagement evaluiert. Im Jahr 2012 veröffentlichte das Landesjugendamt dann den Evaluationsbericht. 2019 kam ein sechster Standort, 2024 der siebte und achte hinzu. Derzeit wird das Flexible Jugendmanagement in den Landkreisen Görlitz, Leipziger Land, Meißen, Mittelsachsen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, Zwickau sowie im Vogtland- und Erzgebirgskreis umgesetzt. Im Landkreis Nordsachsen besteht derzeit Interesse an der Einführung des Flexiblen Jugendmanagements. Der Kreisjugendring als möglicher künftiger Träger des Projektes befindet sich derzeit noch im Aufbau.

Förderhinweis

FLEX ist einer von zwei Projektzweigen des in 9/2021 gestarteten Projektes „Stärkung jugendlicher Gesellungsformen im Freistaat Sachsen (SjGF)“. Der zweite Projektzweig LUPO verfolgt die Stärkung der Bedarfe & Interessen junger Menschen in den Prozessen des Strukturwandels im Lausitzer Braunkohle-Revier.

Die Projekte FLEX und LUPO sind Teile des Projektes "Stärkung jugendlicher Gesellungsformen im Freistaat Sachsen".

Das Projekt "Stärkung jugendlicher Gesellungsformen im Freistaat Sachsen" wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.