Vereinshistorie

Der Kinder- und Jugendring Sachsen e.V.

Der Kinder- und Jugendring wurde am 10. Dezember 1990 als "Sächsischer Jugendring e.V." in Dresden gegründet. Er hatte damals vierzehn Gründungsmitglieder.

Am 13. Juni 1995 wurde der Jugendring in "Kinder- und Jugendring Sachsen e.V." umbenannt. Zu diesem Zeitpunkt vereinte er bereits 27 Mitgliedsorganisationen unter seinem Dach.

In den ersten Jahren nach der Deutschen Wiedervereinigung standen den neu gegründeten ostdeutschen Landesjugendringen die Kolleg*innen aus den alten Bundesländern patenschaftlich zur Seite. Der Aufbau und die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendrings Sachsen e.V. (KJRS) wurde dabei maßgeblich vom Bayrischen Jugendring (BJR) unterstützt.

Bis zum Jahr 2007 fungierte der Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. als Zentralstelle, die ihren Mitgliedsorganisationen das Fördergeld des Freistaates ausreichte und die Abrechnungen prüfte. Daraus ergab sich eine hohe Bindekraft gegenüber den Mitgliedsorganisationen. Mit dem Ende dieses Zentralstellenverfahrens im Sommer 2007 änderte sich der Fokus der Arbeit des Kinder- und Jugendrings deutlich in Richtung einer fachlichen und jugendpolitischen Arbeit, um den Mehrwert der Mitgliedschaft zu erhalten bzw. zu erhöhen. Seit diesem Zeitpunkt tritt der KJRS über seine Geschäftsstelle stärker als Interessenvertreter und als Arbeitsgemeinschaft seiner Mitgliedsorganisationen in Erscheinung.

Seit dem Jahr 2011 ist der Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. auch Träger von Projekten, die im Sinne der sächsischen Kinder und Jugendlichen auch über die eigenen Mitgliedsstrukturen hinaus wirksam werden. Zu diesen Projekten zählen:

  • seit 2011 | Jugendgerechtigkeit als Standortfaktor
    (Zweijährige Begleitung von Kommunen bei der (Weiter)Entwicklung von kommunaler Jugendbeteiligung)
  • 2013 - 2016 | Qualität beteiligt!
    (Projekt zur Umsetzung des neuen Bundeskinderschutzgesetzes in Kooperation mit der AGJF Sachsen e.V.)
  • seit 2016 | Servicestelle Kinder- und Jugendbeteiligung Sachsen
    (Beratung und Vernetzung zur Weiterentwicklung von Jugendbeteiligung in allen Gesellschaftsbereichen)
  • seit 2018 | Die politische Graswurzel - Politische Bildung in kleinen Häppchen
    (Bildungsveranstaltungen und Multiplikator*innenweiterbildung in der politischen Bildung)

Darüber hinaus wurde der KJRS:

  • seit 2001 | Projektpartner des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin im Deutsch-Japanischen Jugendleiter*innen-Austausch
  • seit 2001 | Projektpartner des Tschechischen Rates für Kinder und Jugendliche (ČRDM - Česká rada dětí a mládeže) im Projekt Erleben und Lernen - Trainer*innen-Ausbildung für internationale Maßnahmen

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Exkurs: Jugendverbandsarbeit – historische Meilensteine

vor 1933 | Anfangs waren Zufluchtsorte für Kinder und Jugendliche christlich geprägt. Um die Jahrhundertwende brachte die Jugendbewegung eine Vielzahl von Verbänden unterschiedlicher Werteorientierungen hervor. Junge Menschen aus christlichen, bürgerlichen und reformpädagogischen Kreisen und der Arbeiterbewegung wollten selbstbestimmt und miteinander Gesellschaft gestalten und verändern.

1933-1945 | Im Nationalsozialismus wurden Jugendverbände verboten oder gleichgeschaltet. Einige Verbände vorwiegend christlicher Prägung und der Arbeiterbewegung wirkten im Geheimen und unter Bedrohung ihres Lebens weiter.

1945-1989 Westdeutschland (ab 1949 BRD) | Nach dem zweiten Weltkrieg organisierten sich die Jugendverbände wieder neu, schlossen sich z.B. zu Jugendringen zusammen und erlangten rasch starkes gesellschaftliches Gewicht. Ihre Arbeit wurde zunehmend qualifiziert und hauptamtlich begleitet. Das Berufsbild der sozialen Arbeit entstand.

1949-1989 Ostdeutschland (DDR) | In der DDR war die Freie Deutsche Jugend (FDJ) die einzig staatlich geförderte Jugendorganisation. Nahezu alle Organisationen oder Zusammenschlüsse der Jugendarbeit wurden der Einheitspolitik unterworfen. Hauptsächlich kirchliche Vereinigungen kritisierten dieses Vorgehen und bestanden auf ihre Eigenständigkeit.

1989 bis heute | Die „friedliche Revolution“ bewegte die Akteure der Jugendarbeit in Ost und West. Eine Zeit des Experimentierens und Gestaltens begann. Ihren vorläufigen Höhepunkt fand diese prosperierende Entwicklung in der Verabschiedung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (KJHG). Es löste das bis dahin geltende, stark auf Kontroll- und Eingriffsrechte orientierte Jugendwohlfahrts-Gesetz ab. Das KJHG rückt das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt und macht die Kinder- und Jugendhilfe und deren Förderung zu einer klaren Pflichtleistung. Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit sind Teil dieser Jugendhilfe (Rechtsgutachten des DBJR, November 2013).

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