WhatsApp, Telegram und Co. - Messenger
Junge Menschen erreichen, im Austausch bleiben, selbst erreichbar bleiben: Messenger auf dem Smartphone haben vieles vereinfacht doch spätestens die DSGVO hat das Thema Datenschutz speziell bei Messenger-Diensten in den Fokus gerückt. Was lässt sich eigentlich noch nutzen und gibt es überhaupt sichere Messenger? Auf dieser Seite geben wir einen Überblick.
WhatsApp ist in Deutschland der mit Abstand bekannteste Messenger auf dem Smartphone. Viele junge Menschen sind über diesen Dienst erreichbar, was ihn für die Jugendarbeit zunächst attraktiv erscheinen lässt. Gleichzeitig bestehen jedoch erhebliche Datenschutzprobleme. Als Teil des Meta-Konzerns verarbeitet WhatsApp personenbezogene Daten in den USA und synchronisiert das gesamte Adressbuch, einschließlich der Daten von Personen, die den Dienst nicht nutzen. Für die Jugendarbeit ist WhatsApp daher datenschutzrechtlich nicht geeignet.
Signal
Signal wird gerne als datenschutzfreundliche WhatsApp-Alternative empfohlen. Der Dienst nutzt durchgängig starke Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und sammelt möglichst wenige Nutzerdaten, und der Quellcode kann öffentlich eingesehen werden. Signal wird von einer gemeinnützigen Stiftung mit Sitz in den USA betrieben, was aus datenschutzrechtlicher Perspektive insbesondere wegen der dortigen Rechtslage kritisch gesehen werden kann. Trotz des US-Standorts gilt Signal insgesamt als datenschutzfreundlicher als viele verbreitete Messenger, auch wenn bestimmte Metadaten wie Telefonnummern gespeichert werden müssen.
Telegram
Auch Telegram wird häufig als Alternative zu WhatsApp empfohlen. Der Unternehmenssitz in Dubai (zuvor Russland) sowie eine insgesamt wenig transparente Firmenstruktur werfen jedoch Fragen auf. Tatsächlich weist Telegram auch beim Datenschutz erhebliche Mängel auf. Zwar werden – anders als bei WhatsApp – keine Daten offensichtlich mit anderen Diensten eines großen Konzerns geteilt. Allerdings synchronisiert Telegram standardmäßig Kontakte aus dem Adressbuch, auch wenn diese den Dienst selbst nicht nutzen. Dies lässt sich nur eingeschränkt steuern. Eine Empfehlung können wir daher nicht aussprechen.
Wire
Wire ist ein auf Sicherheit und Datenschutz ausgerichteter Messenger mit Sitz in der Schweiz, die im Sinne der DSGVO als sicheres Drittland gilt. Der Dienst nutzt standardmäßig Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und ist weitgehend quelloffen. Für den privaten Gebrauch ist Wire kostenfrei nutzbar. Eine Synchronisation des Adressbuchs ist optional und nicht zwingend erforderlich. Insgesamt gilt Wire als datenschutzfreundliche Alternative zu verbreiteten Messengern großer Konzerne.
Threema
Threema gilt als einer der sichersten Messenger und wird in der Schweiz entwickelt und betrieben, wo strenge Datenschutzgesetze gelten. Die App nutzt durchgehend Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und kann weitgehend anonym genutzt werden (z. B. ohne Telefonnummer), und der Zugriff auf Kontakte ist optional. Allerdings ist Threema nicht kostenlos; die App muss einmalig gekauft werden, was sie von vielen anderen Messengern unterscheidet.
Slack
Slack ist ein für Vereine und Verbände gut geeigneter Messenger, besonders wenn in verschiedenen Gruppen parallel diskutiert werden soll. Die Basis-Version ist kostenfrei, für NGOs gibt es ein kostenfreies Upgrade, das unter anderem den Abschluss eines DSGVO-konformen Auftragsverarbeitungsvertrags ermöglicht. Je nach Tarif kann die Datenresidenz in der EU gewählt werden, sodass die Verarbeitung personenbezogener Daten innerhalb der EU erfolgt.
Microsoft Teams
Microsoft Teams ähnelt Slack vor allem in der Gruppenkommunikation. Die App ist Teil von Office 365, kann aber in einer Basis-Version auch kostenfrei genutzt werden. Je nach Tarif ist der Abschluss eines DSGVO-konformen Auftragsverarbeitungsvertrags möglich, ebenso die Wahl von Serverstandorten in Deutschland.
Synology Chat
Synology Chat ist eine Messenger-Software, die auf einem Synology NAS (Mini-Server) installiert werden kann, mit Apps für alle gängigen Betriebssysteme. Die Funktionen ähneln denen von Slack, der große Vorteil liegt jedoch im Serverstandort, der lokal, z. B. im eigenen Büro, gewählt werden kann. So behält man volle Kontrolle über die Daten, was aus Datenschutzsicht besonders vorteilhaft ist.
