Nachgedacht | Jugendverbände brauchen in Zeiten der Pandemie eine Perspektive

Erstellt von Daniela Saaro | |   News

Positionspapier

Sachsen ist fest im Griff der Pandemie. Das öffentliche Leben steht weitgehend still, alle sind aufgefordert, einen Beitrag zur Bekämpfung dieser Herausforderung beizutragen. Auch die Jugendverbandsarbeit mit ihren zahllosen zumeist ehrenamtlichen Aktiven, ihren zehntausenden jungen Menschen in Kinder- und Jugendgruppen in Pfadfinderschaften, jungen Gemeinden, Gewerkschaften, in Rettungsorganisationen oder Orchestern der Bläserjugend und vielen anderen verbandlichen Kontexten, ist aufgerufen. Das Ziel, die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern und damit Menschenleben zu retten, teilen wir ebenso wie die hierzu getroffenen Regelung und auch jene Anordnung, dass Kinder- und Jugendhilfe im Lockdown auf ein Minimum eingeschränkt wird.

Jugendverbände stellten bereits nach dem ersten Lockdown fest, dass junge Menschen zunehmend die Überzeugung verloren haben, etwas Wichtiges, Sinnvolles und für die Gesellschaft Wertvolles zu tun. Von Motivationproblemen bis hin zum gänzlichen Abbruch des ehrenamtlichen Engagements wird berichtet. Für alle ein Verlust: Ehrenamtliche verlieren Vertrauensbeziehungen zu Kindern und Jugendlichen, diese wiederum verlieren Bezugspersonen, die Gesellschaft verliert Möglichkeiten, z. B. Verschwörungstheorien und Aufrufe zur Missachtung von Schutzmaßnahmen entgegenzutreten. Deshalb fordert der Kinder- und Jugendring Sachsen:

Qualifiziertes Ehrenamt muss spätestens mit der Öffnung der Angebote der Kinder- und Jugendarbeit nach §§ 11-14 SGB VIII bei den künftigen Regelungen wieder mitgedacht werden. Unsere Gesellschaft kann sich einen Verzicht aufs Ehrenamt nicht leisten.

Angesichts eines weiterhin erschreckenden Infektionsgeschehens erwarten wir keine baldigen Veränderungen in den einschlägigen Ver- und Anordnungen und wir tragen diese Bemühungen mit. Allerdings setzen wir uns als Interessenvertreter der jugendverbandlichen Arbeit dafür ein, bereits zum jetzigen Zeitpunkt über Perspektiven zum Wiedereinstieg dieses Arbeitsfeldes nachzudenken und diese zu erarbeiten. In diesem Zusammenhang schlagen wir folgende Zeitleiste einer schrittweisen Öffnung vor:

spätestens mit Beginn der Osterferien

  • ehrenamtliche Projekt- und Gruppenarbeit mit physisch-sozialen Kontakten
  • Aus- und Fortbildungen von Ehrenamtlichen mit Übernachtungen

ab Pfingsten

  • Maßnahmen der Kinder- und Jugenderholung in kleinen Gruppen, unter Einhaltung der im Sommer 2020 erprobten Hygienekonzepte

mit Beginn der Sommerferien

  • Maßnahmen der Kinder- und Jugenderholung in großen Gruppen unter Einhaltung der im Sommer 2020 erprobten Hygienekonzepte

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